Gestern morgen sind wir um 5:45Uhr von unserem Hotel aus mit einem Bus nach Luxor gestartet. Wegen der Anschläge 1996 sammeln sich die Busse um 7Uhr in Safarga, um von dort aus als Kolonne, begleitet von Polizeiautos durch das Gebirge und die Wüste nach Luxor zu fahren. Diese Kolonne ist ein Ärgernis für die Bewohner von Qena, der einzigen Stadt durch die wir auf dem Weg kamen, da wir Vorfahrt haben und sie beim Überqueren der Straße etwa eine halbe Stunde warten müssen bis die über 50 Touristen-Busse passiert sind.
Und überall sieht man bewaffnete Polizisten zum Schutz der Touristen.
Wir haben auf der Fahrt viel von der Schönheit, aber auch Armut des Landes gesehen und gehört: viel Landwirtschaft z.B. Maisanbau, die fast ohne Maschieneneinsatz bewältigt wird, kleine Kinder, die bei der Ernte helfen. Kinder, die wenn sie auf der Straße genug Geld verdienen, die Schule nicht besuchen und nur etwas lernen, wenn ihre Eltern zusätzliches Geld an den Lehrer zahlen für Nachhilfeunterricht, da dieser von seinem Monatsgehalt allein nicht überleben kann.
Interessant ist die Bauweise hier: Häuser werden nicht fertig gestellt, sondern mit wachsender Familie und neuen Generationen weiter aufgestockt und ausgebaut. Viele Wohnungen haben keine Fensterscheiben, die Wäsche wird im Fluss oder Bach gewaschen, ein Esel, der sich wohl baden sollte wurde einfach den Abhang zum Kanal runtergeworfen, die Straßen sind gesäumt von Müll.
In einem Buch (von 2003) las ich, dass in Ägypten die Religionsfreiheit für einen Christen lediglich bedeutet, dass ein “geborener” Christ Christ bleiben darf, es beinhaltet keine Chancengleichheit im beruflichen Leben, keine Freiheit mit Moslems über den christl. Glauben reden zu dürfen (ein komisches Gefühl, als wir letzte Woche mit einem Einheimischen über den Islam redeten in dem Wissen, dass über den christl. Glauben zu reden strafbar ist) und auch nicht das Recht (ungestraft) zum Christentum konvertieren zu dürfen.
Zurück zu unserem Ausflug:
Bei 55 Grad haben wir dann den Karnak-Tempel in Ost-Luxor besichtigt um nach einem Essen am Nil und Nilüberfahrt nach Theben-West, kurz bei den 2 Memnon-Kolossen Halt zu machen. Weiter gings zum Tal der Könige, wo wir drei Pharaonen-Gräber besichtigt haben. Beeindruckend wie sie schon damals Farben herstellen konnten, die heute noch genauso kräftig sind wie vor Jahrhunderten.
In der Alabaster-Fabrik amüsierten wir uns über die Showeinlage der Arbeiter dort.
Abschließend waren wir noch im Tempel der Hatschepssut und haben im Papyrus-Museum erfahren, wie Papyrus hergestellt wird.
Es war ein sehr langer, heißer (im klimatisierten Bus waren die 29 Grad extrem efrischend) und anstrengender Tag gewesen, aber auch sehr interessant.
Natuerlich findet ihr in der Gallery Bilder zu unsrem Ausflug.